Den Reservisten gehen die Reservisten aus

Seitdem der Wehrdienst nicht mehr verpflichtend ist, hat die Bundeswehr Personalsorgen. Manche Berechnungen gehen davon aus, dass jeder Kompanie etwa 100 Männer und Frauen fehlen. Die eigentliche Kompaniestärke von 327 wird schon lange nicht mehr erreicht.

Damit zumindest im Ernstfall diese Kompanien mit Reservisten aufgefüllt werden können, hat der Verband der Reservisten in der Bundeswehr jetzt eine Idee vorgeschlagen, die zumindest für Aufsehen sorgt: Bürger sollen sich in 20 Tagen zum Soldaten ausbilden lassen. Mit dem Schnellkurs wird man zwar kein Battalion befehlen können, aber er könnte ausreichen, um zumindest eine gewisse Sollstärke zu erreichen. In den 20 Tagen geht es vor allem um die Vermittlung von Wissen und technischem Verständnis, aber auch Praxis. So sieht Verbandspräsident Oswin Veith auch eine Schießausbildung während der knapp drei Wochen in der Kaserne vor.

Ganz so einfach ist das Vorhaben nicht umzusetzen. Denn es fehlen nicht nur Reservisten, sondern auch Ausbilder für die neuen Kurzzeitrekruten. Dabei hatte der Verbandspräsident selbst vorgeschlagen, dass sein Verband sich um die Ausbildung kümmert, die Bundeswehr dann aber die Prüfung abnimmt.

Ganz uneigennützig ist die Initiative nicht. Auch der Reservistenverband hat unter einem Mitgliederschwund zu leiden. Hunderte von Teilzeit-Soldaten könnten das wieder ausgleichen. Das Verteidigungsministerium hat den Vorschlag zwar zur Kenntnis genommen, ist aber weiter nicht tätig geworden, weil es sich um ein internes Papier des Verbandes handele.

Pro Jahr bewerben sich mindestens 1000 Bürger weniger als im Vorjahr für den Wehrdienst, derzeit sind es etwa 20.000. Hinzu kommt, dass etwa ein Viertel nach einigen Wochen die Ausbildung wieder abbricht, oftmals weil die Rekruten den Anforderungen nicht gewachsen sind.

In Deutschland besteht grundsätzlich eine Wehrpflicht für alle Männer bis zum Alter von 45 Jahren. Im spannungs- und Verteidigungsfall können Männer aber bis zum 60. Lebensjahr zum Dienst an der Waffe eingezogen werden. Das Problem wird sein, dass niemand weiß wie er die Waffe benutzt.

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