Die Posttraumatische Belastungsstörung

Wenn Soldaten in einen Krieg geschickt werden, sind sie zwar militärisch meistens gut ausgebildet und auf die Kriegshandlungen vorbereitet, nicht aber psychologisch. Im Einsatz lernen die Soldaten zu funktionieren, in den Debriefings und Nachbesprechungen geht es meistens um taktische Fragen, aber selten darum, wie die Kämpfer es empfunden haben.

So ist es nicht verwunderlich, dass Soldaten erst nach der Heimkehr von einem Krieg versuchen, die Eindrücke zu verarbeiten. Vielen gelingt das nicht und sie entwickeln eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Diese ist eine psychologische Erkrankung, deren Auslöser ein traumatisches Erlebnis ist. Und an traumatischen Erlebnissen mangelt es einem Soldaten nicht: Er muss ansehen wie Kameraden sterben und verwundet werden, sieht aber auch den Tod der Feinde und immer wieder auch Tote in der Zivilbevölkerung. Manche werden auch selbst verwundet, was ebenfalls ein traumatisches Erlebnis ist. Dann kommen noch psychologische Verfassungen hinzu, zum Beispiel das immer bestehende Gefühl der Angst.

PTBS kommt schleichend

In der Regel tritt PTBS ein halbes Jahr nach einem traumatischen Erlebnis auf, manchmal auch später. Das erklärt warum viele Soldaten die Störung erst nach Ende ihres Einsatz entwickeln, wenn sie wieder zu Hause sind. Die Erkrankung kann sich vielfältig äußern. Oftmals werden Herz-Kreislauferkrankungen berichtet, vor allem aber sind es psychische Auffälligkeiten wie Schlaflosigkeit, Ruhelosigkeit, Depressionen und Suizidgedanken.

Frauen leiden etwas weniger unter PTBS als Männer. Fördernde Faktoren können bereits bestehende Neigungen zu Depressionen sein, aber auch eine emotionale Unter- oder Fehlentwicklung. Stabile und verständnisvolle Familienverhältnisse können hingegen einen Schutz darstellen.

Das PTSB kann auch erst durch weitere Faktoren ausgelöst werden, die nach der Rückkehr entstehen, zum Beispiel eine Scheidung, Verlust des Berufes oder ein Todesfall in der Familie. Dabei ist das ursächliche Trauma immer noch das Kriegserlebnis, es wird aber durch weitere Erlebnisse verstärkt und kann so in eine Störung münden.

PTBS ist aber keine Krankheit, die in der Neuzeit aufgetreten ist. Man vermutet das sie so lange besteht wie es Menschen gibt. Entsprechende Aufzeichnungen historischer Quellen lassen diesen Schluss zu.