Leider doch kein schnelles Internet für Kasernen

Die Versprechungen über schnelles Internet für Soldaten, welche die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen gemacht hat, wird sie wohl nicht halten können. Eigentlich sollte es überall freies WLAN geben, doch bislang haben nur wenige Einrichtungen solche Hotspots für die Offiziere und den Soldatennachwuchs.

Der Gedanke hinter dem WLAN-Versprechen war, die Bundeswehr für junge Menschen wieder attraktiver zu machen – ob dies mit einem Internetzugang ausreichen würde, den die meisten ohnehin schon über einen Datentarif haben, ist fraglich.

Die Aufgabe ist nicht ganz einfach, denn immerhin verfügt die Bundeswehr über 2200 Gebäude. Die mal eben mit Routern und einem schnellen Internetzugang auszustatten, ist kein leichtes Unterfangen. Jetzt sieht es so aus, dass bis 2020 zumindest das WLAN-Ziel erreicht werden soll.

Planungsfehler sind Hauptgrund

Am Willen fehlt es nicht, wohl aber an der Planungskompetenz. Die Truppe, die nicht einmal ihre Waffen und Geräte ordentlich in Stand (und auf dem neuesten Stand) halten kann, war wohl etwas überfordert, als es um Verhandlungen mit der Telekom ging. Das Unternehmen, welches sich immer noch mehrheitlich in Staatshand befindet, ist auch nicht gerade durch seine Planungseffizienz bekannt. Als es darum ging, wer für die Verteilung der Datenleitung vom Netzknoten verantwortlich ist, hatte man sich wohl missverstanden.

Besonders peinlich ist, dass die Soldaten im Auslandseinsatz in der Regel einen hervorragenden Internetzugang in ihren Zelten am Hindukusch haben, nur zu Hause scheint das nicht möglich zu sein. Eine Firma, an der die Wehr beteiligt ist, soll nun die Soldaten glücklich machen. Wie viel Geld und Zeit in die Sicherheitsplanung gegangen ist, wurde nicht bekannt. Es bleibt zu hoffen, dass es keine Überschneidungen des Gratis-Wifi mit sicherheitskritischen Bereichen der Bundeswehr gibt.

Vielleicht schaffen auch kleine Mifi-Geräte Abhilfe: Dabei handelt es sich um Minirouter, die mit einer SIM-Karte funktionieren. Damit kann problemlos eine Stube versorgt werden und Vodafone hat sogar einen eigenen Sondertarif für Soldaten im Portfolio.

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