Verband Deutscher Soldaten

Der Verband Deutscher Soldaten war eine Vereinigung ehemaliger Berufssoldaten, die die Tradition des Soldatentums pflegen wollten, sich aber auch für die Amnestierung von Soldaten einsetzten, die für ihre Tätigkeit in der Wehrmacht verurteilt wurden. Das betraf auch ihre Rehabilitierung. Unter dem Begriff ehemalige Berufssoldaten verstand man ausdrücklich solche, die in der Wehrmacht gedient hatten.

Der Verband war 1951 ins Leben gerufen worden, unter Mithilfe der von Konrad Adenauer geführten Bundesregierung und den Beamten die auch die Wiederbewaffnung Deutschlands vorbereiteten. Man wollte damit die sich bekämpfenden und radikalisierten Gruppe von Soldaten vereinigen und Ruhe in die neue Bundeswehr bringen. So schlossen sich dem Verband auch viele Trachtenvereine an, aber auch Gruppen wie das Deutsche Afrika-Korps und die Traditionsgemeinschaft Großdeutschland.

Immer mehr radikalisiert

Der Verband kämpfte leidenschaftlich für die Interessen der Wehrmachtssoldaten und forderte immer wieder deren Rehabilitierung und Amnestien für alle, die im Zweiten Weltkrieg gekämpft hatten. Langsam führte das auch zu Streit mit der Bundeswehr vor allem deren Geschichtsschreibern. Eine Schrift zur Rolle der Wehrmachtsjustiz stieß auf erbitterten Widerstand von Seiten des Verbandes. Zunehmend radikalisierten sich die Anhänger. 1992 löste sich die Untergruppe auf, in der ehemalige Soldaten der Waffen-SS vertreten waren. Aber erst 2004 entschied sich die Deutsche Bundeswehr, sich vom Verband öffentlich zu distanzieren. Soldaten der Bundeswehr war es fortan untersagt, mit dem Verein in jeglicher Form zusammenzuarbeiten. Dies und die immer radikaler werdenden Töne ließen viele Mitglieder den Verband und die ihn tragenden Vereine verlassen.

2014 hatte der Verein nochmals versucht, mit einer Verfassungsbeschwerde gegen das Kontaktverbot vorzugehen, aber das Bundesverfassungsgericht wies diese zurück. Der Verband verschwand langsam aber sicher in der Bedeutungslosigkeit und wurde 2016 aufgelöst.

Heute gibt es auch kaum noch Soldaten, die Dienst in der Wehrmacht leisteten und eine Amnestie fordern. Viele Verbandsmitglieder sind verstorben, andere begaben sich zu rechtsradikalen Parteien und Gruppieren und anderen Soldatenvereinigungen.