Veteranenvereinigungen in Deutschland

Das sich Soldaten auch nach einem kriegerischen Einsatz nicht aus den Augen verlieren wollten, ist keine Erscheinung der Neuzeit. Schon immer haben sich Kämpfende aller Waffengattungen zu den Jahrestagen eine Kriegsende getroffen, um gemeinsam den Toten zu gedenken. Der Begriff Veteran bezeichnet im allgemeinen Sinne alle ehemaligen Soldaten, er wird aber, vor allem in den USA, meistens für Soldaten benutzt, die einen aktiven Kriegseinsatz leisteten und nun nicht mehr im Dienst sind. In Deutschland werden ehemalige Soldaten meist als Reservisten bezeichnet. Erst in den vergangenen Jahren kam auch hier der Veteranenbegriff auf.

In Deutschland gab es die sogenannten Kriegervereine. Die ersten wurden nach den Koalitionskriegen gegründet. Seit 1842 durften sich in Preußen Krieger-Begräbnisvereine gründen, nachdem Friedrich Wilhelm IV. die rechtliche Grundlage dazu geschaffen hatte. Die blutigen Ereignisse und die vielen Opfer der Revolutionskriege um 1848 ließen weitere solche Vereine aufkommen, die versuchten, den Toten der Kriege ein würdiges Begräbnis zu ermöglichen aber auch sich so gut wie möglich um die Hinterbliebenen zu kümmern.

Gegenseitige psychologische Hilfe

Diese Vereine wurden aber auch gegründet um auch außerhalb der Baracken und nach Beendigung der aktiven Zeit zusammenzubleiben. Kameradschaft ist eines der höchsten Güter für Soldaten und diese sollte mit den Vereinen erhalten und gepflegt werden.

Sie waren auch erste Versuche, in der Gemeinschaft mit den grausamen Kriegserlebnissen klarzukommen und zumindest das Gefühl zu haben, nicht alleine zu sein. Mit den beginnenden 20. Jahrhundert wurde die meisten Vereine im Kyffhäuserbund zusammengeschlossen, der über 2,8 Millionen Mitglieder hatte. Später wurden sie in die Naziorganisationen eingegliedert.

Nach dem Ende der Nazizeit und des Weltkrieges gab es in den 50er Jahren zunächst Vereine, die sich um die Kriegsteilnehmer kümmerten. Erst mit der Gründung der Bundeswehr gab es auch Verbände, in denen aktive Soldaten Mitglieder waren. Seit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr haben sich auch die Soldaten zusammengeschlossen, die an solchen Kriegseinsätzen teilgenommen haben.